Betriebsfeuerwehr: C. B. Morgan Hose Co.

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr, drum geh auch du zur Feuerwehr! – Fabrikbrände sind bis heute eine ernste Bedrohung, doch moderne Brandschutzmaßnahmen haben das Risiko deutlich minimiert. Um 1900 war das noch anders.

Auf dem Gelände am Rande des Örtchens Camillus, New York, auf dem Charles E. Sherwood 1894 jene Messermanufaktur errichtete, die im 20. Jahrhundert unter der Leitung des deutschen Auswanderers Adolph Kastor zum amerikanischen Branchengiganten Camillus Cutlery Company aufsteigen sollte, standen zuvor zwei Stuhlfabriken, die beide innerhalb weniger Jahre durch Brände völlig zerstört wurden. Auch die Fabrik von Case Brothers Cutlery in Little Valley, New York, brannte 1912 bis auf die Grundmauern nieder.

Es war deshalb nicht unüblich, dass sich Fabrikbesitzer aktiv um die Ausrüstung der örtlichen Feuerwehr kümmerten. Als John W. Schatt und Charles B. Morgan 1895 in Gowanda, New York, die New York Cutlery Company (später Schatt & Morgan) gründeten, machte Morgan gleich Nägel mit Köpfen und rief kurz darauf das private Feuerwehrunternehmen C. B. Morgan Hose Co. ins Leben, eine Art Betriebsfeuerwehr. Das Foto zeigt Charles B. Morgan (Bildmitte, sitzend) inmitten seiner adrett gekleideten Truppe, die auch regelmäßig an Paraden im Städtchen Gowanda teilnahm.

Mein Dank gilt Phil Palen von der Gowanda Area Historical Society, der mir das Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

2017-08-13T22:26:28+00:00 21.03.2014|Kulturgeschichte|

Über den Autor:

Stefan Schmalhaus studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie in Münster. Er schreibt regelmäßig für die Zeitschrift "Messer Magazin" und ist Autor des Buchs "Gentleman-Taschenmesser". Darüber hinaus betreibt er seit vielen Jahren einen YouTube-Kanal rund um edle Schneidwerkzeuge.

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